Auszubildende/Studierende organisiert euch!

Wie oft musstest du dir schon Sprüche anhören wie: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“? Solche und ähnliche Aussagen spiegeln die tatsächlich existierenden Verhältnisse wieder, es sollen Menschen herangezogen werden, die sich nicht kritisch mit ihrer gesellschaftlichen Position sowie der Art und Weise, wie gewirtschaftet wird, auseinandersetzen und nur eine weitere menschliche Ressource (Humankapital) werden sollen.
Du musst dir nicht Alles bieten lassen, zu deinen Aufgaben gehören nur die, die auch in deinem Ausbildungsrahmenplan stehen. Hier kannst du dich immer an deine Jugendauszubildendenvertretung (JAV), den Betriebsrat, aber auch die Gewerkschaft wenden. Aber auch wir bieten dir Hilfe an, schreib uns, wenn dir was auf der Seele brennt oder du dich allein gelassen, von rassistischen Gelaber oder von sexistischen Sprüchen unterdrückt fühlst. Gern probieren wir gemeinsam eine Lösung zu finden.

Wir gehen davon aus, dass die Gesellschaftsanalyse von Marx und Engels in ihren wesentlichen Grundzügen auch heute noch zutrifft, dass der Grundwiderspruch in der kapitalistischen Gesellschaft, der Widerspruch zwischen Kapitalisten- und ArbeiterInnenklasse ist. Auf die ein oder andere Weise betrifft dieses Verhältnis uns alle, weitgehend unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung. Wenn wir nicht selbst KapitalbesitzerInnen sind, müssen wir unsere Arbeitskraft verkaufen, um leben zu können oder von der Arbeitskraft anderer leben (in der Familie von der der Eltern oder des Partners, als Studi oder Hartz 4 EmpfängerIn von dem Teil der gesellschaftlichen Mehrarbeit, den mir der Staat für meine prekäre Existenz gerade noch so zugesteht). Wenn wir von ArbeiterInnenklasse reden, dann meinen wir natürlich nicht das Klischee vom schwitzenden, hammerschwingenden Stahlarbeiter, sondern alle lohnabhängig Beschäftigten, vom Facharbeiter in der Automobilindustrie bis zur Erzieherin, über die Auszubildene im Frisörhandwerk oder der prekären Putzkraft. Ein erstes Ziel muss es deswegen sein, uns nicht weiterhin in verschiedene Berufsgruppen, soziale Schichten und konkurrierende Arbeitskräfte aufspalten zu lassen, sondern unsere gemeinsamen Interessen als Lohnabhängige zu erkennen.

Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit kann nur durch den organisierten Kampf der großen Mehrheit der (lohnabhängigen) Menschen gelöst werden. Wenn wir den Kapitalismus abschaffen und eine wirkliche Alternative aufbauen wollen, muss Ziel dieses Kampfes der revolutionäre Bruch mit dem kapitalistischen System, die Eroberung der politischen Macht der Arbeiterklasse und die Vergesellschaftung der Produktionsmittel sein.
So weit, so bescheiden.

Das „Linke Kollektiv MSH/SK“ kämpft gegen Faschismus, Kapitalismus und somit auch Imperialismus, Rassismus, Sexismus, sowie Trans- und Homophobie für „eine Welt, in der wir sozial gleich, menschlich verschieden und vollständig frei sein werden“ (Rosa Luxemburg).

Unsere Gruppe versteht sich als internationalistisch, aus diesem Grund unterstützen wir die Kämpfe aller unterdrückten und lohnabhängigen Menschen weltweit, wir zeigen uns prinzipiell solidarisch mit allen progressiv links ausgerichteten Gruppierungen, die den Auswüchsen des Kapitalismus die Stirn bieten, dies heißt aber nicht, dass wir keine Kritik üben werden, wenn diese auch angebracht ist.
Die Generalstreiks in Frankreich oder Katalonien zeigen uns, dass die kapitalistische EU der bürgerlichen Nationalstaaten keine Perspektive bietet, Schülerstreiks in Deutschland, wie zum Beispiel im April 2015, als mehrere tausend Schüler gegen Rassismus und die europäische Asylpolitik protestierten brachten Erfolge und verdeutlichten die Stärke von gebündelten Kämpfen. Schon diese Beispiele zeigen, dass eine Organisierung von unten durchaus möglich ist und diese auch eine Wirkung zeigt.
Wir sind der Überzeugung, dass die lohnabhängige Klasse mit einem unabhängigen Programm auftreten muss. Studierende mit einer lohnabhängigen Perspektive haben ein gemeinsames Interesse mit der ArbeiterInnenklasse. Besonders wenden wir uns mit Selbstorganisierung gegen Rechtsruck und Prekarisierung. Der Aufstieg der AfD zeigt die Dringlichkeit einer solchen linken Antwort. Statt Spaltung in Lohnabhängige mit und ohne deutschen Pass wollen wir gemeinsam mit MigrantInnen kämpfen, für bessere Lebensbedingungen aller Menschen, hier und überall.
Unsere Perspektive ist ein Sozialismus von unten, der in Kämpfe interveniert. Wir wollen gemeinsam mit Euch eine Gruppe aufbauen, die sich mit kapitalistischen Antworten auf die Krise nicht zufrieden gibt. Wir wollen aktiv die Organisierung von Klassenkämpfen voran treiben. Den Weg sehen wir geprägt von Diskussionen und gemeinsamen Erfahrungen, es geht uns um die Veränderung der bestehenden kapitalistischen Verhältnisse, in der Schule, im Betrieb, aber auch auf der Straße.

Wir wollen den Kapitalismus nicht verbessern, sondern ihn abschaffen!

„Bildet euch, denn wir brauchen all eure Klugheit. Bewegt euch, denn wir brauchen eure ganze Begeisterung. Organisiert euch, denn wir brauchen eure ganze Kraft!“
Antonio Gramsci

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